Warum 6 % Wachstum trügerisch sind und was die aktuellen Entwicklungen für IT-Unternehmen wirklich bedeuten.

Der Start in das Jahr 2026 fällt – gemessen an den Zahlen – vergleichsweise schwach aus.

Mit einem Wachstum von rund 6 % gegenüber dem Vorjahr bewegt sich die Branche zwar weiterhin im positiven Bereich, bleibt jedoch deutlich hinter der Dynamik der vergangenen Jahre zurück. Besonders auffällig ist dabei, dass bereits der Jahresbeginn 2025 vergleichsweise verhalten war – und 2026 nun nochmals darunter liegt.

Diese Entwicklung ist kein Zufall.

Sie spiegelt die aktuell angespannte wirtschaftliche Gesamtsituation in Deutschland wider. Insbesondere im Mittelstand ist eine deutliche Zurückhaltung bei Investitionen zu beobachten. Projekte werden verschoben, Budgets kritischer hinterfragt und Entscheidungen langsamer getroffen.

Gleichzeitig befinden sich zentrale Industriezweige in einer schwierigen Lage. Branchen wie die Automobilindustrie (inklusive Zulieferer), Bau, energieintensive Produktion, Logistik und Handel zeigen aktuell eine schwache Entwicklung – mit direkten Auswirkungen auf die IT-Nachfrage.

Zwar gibt es weiterhin einzelne Treiber, die für Nachfrage sorgen. Dazu zählen insbesondere Nachholeffekte rund um die Windows-11-Umstellung sowie ein teilweise bestehender Investitionsstau in vielen Unternehmen.

Diese Effekte reichen jedoch nicht aus, um die strukturellen Herausforderungen vollständig zu kompensieren.

Hinzu kommt eine weitere Entwicklung, die aktuell viele Unternehmen zusätzlich belastet:
Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Hardware. In vielen Fällen sind Systeme nur verzögert oder zu deutlich erhöhten Preisen verfügbar. Teilweise liegen diese Preise ein Vielfaches über dem gewohnten Niveau, was Investitionsentscheidungen zusätzlich erschwert oder verzögert.

Die Konsequenz daraus ist klar:

Das Jahr 2026 wird für viele IT-Unternehmen deutlich anspruchsvoller als das Vorjahr.

Die Kombination aus schwächerer Nachfrage, vorsichtigem Investitionsverhalten und operativen Herausforderungen wird dazu führen, dass die Ergebnisse aus 2025 in vielen Fällen nicht erreicht werden.

Umso wichtiger wird es für Unternehmen sein, ihre eigene Position realistisch einzuordnen und frühzeitig auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren.

Woher kommen eigentlich die o.g. Daten?

Wir, die ASCON, betreiben seit über 20 Jahren einen Betriebsvergleich (zu neudeutsch „Benchmark“ genannt), an dem sich über 150 IT-Systemhäuser „jeder“ Größe beteiligen. Die Mitgliedsfirmen laden hier monatlich eine große Menge an Daten hoch, aus denen Vergleiche, Trends und Kennzahlen abgeleitet werden. Wir treffen uns mit den beteiligten Firmen zwei Mal im Jahr, um die Zahlen, Vergleiche und Auswertungen gemeinsam zu analysieren und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Die Erkenntnisse und Erfolgsrezepte geben wir Ihnen in diesem Block komprimiert weiter. Wenn Sie sich für die BWA-Kreise näher interessieren, dann finden Sie hier weiter Infos dazu.